Raw bedeutet roh - da steckt noch vieles drin!

Aber auch ein Stück Arbeit.

NEF CR2 DNG RAF ORF ... alles raw

Die RAW-Dateien enthalten die ursprünglichen*) Informationen des Sensors, die weit über den Informationsgehalt des späteren Bildes hinausgehen. Vor allem die Helligkeitsverläufe und Farben des Bildes werden extrem feinstufig und detailreich dokumentiert.

 

Ein Bildverarbeitungsprogramm mit Zugriff auf diese Daten (RAW-Converter) öffnet diese Datei. Erst dann werden alle gewünschten Anpassungen wie Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich, Bildschärfung, Sättigung, usw. vorgenommen. Dabei sind Änderungen in großer Bandbreite möglich, um das gewünschte Bildergebnis zu "entwickeln".

 

Wählt man an der Kamera hingegen JPG als Ausgabeformat, wird das Bild vor der Speicherung entsprechend den Kamera-Einstellungen fertiggestellt. "Überflüssige" Informationen werden verworfen und spätere Änderungen sind nur noch eingeschränkt möglich. Die feinen Helligkeitsunterschiede zum Beispiel werden auf 256 Stufen (pro Farbkanal) zusammengeschrumpft! Zusätzlich wird das JPG Bild komprimiert.

 

 

*) RAW Daten werden auch als Rohdaten bezeichnet, aber so ganz roh sind sie nicht. Zwischen den Sensorsdaten und den RAW-Daten liegen bereits einflussreiche Bearbeitungsschritte wie die AD-Wandlung, Interpolation oder Demosaicing der Farbmatrix, Behebung von Sensor-Defekten und vieles mehr.

 

 

Walter Schwab Fotografie Ecuador

Manila


Walter Schwab Fotografie

RAW dokumentiert feinste Helligkeits-Unterschiede

Gegenüber einem JPG mit 256 Graustufen werden bei RAW-Daten zum Beispiel 4.096 Graustufen bei 12 bit Farbtiefe (2 exp 12 = 4.096) pro Farbkanal gespeichert. Ein späteres Aufspreizen (Aufhellen) des Verlaufs in den dunklen oder hellen Bildbereichen führt nicht gleich zu sichtbaren Helligkeitsstufen.

 

An der Grenze zur Überbelichtung werden Details sichtbar, die bei der groben 256-er Aufteilung bereits rein weiß wären. Auch die dunkleren Bereiche offenbaren noch fein abgestufte Strukturen, auch wenn das Bildrauschen dabei zunimmt.

 

Walter Schwab JPG vs RAW

Symbolisch: In den RAW Daten (oben) sind gegenüber den JPG Daten (unten) deutlich feinere Helligkeitsabstufungen vorhanden.

Das Speichern im RAW Format ändert nicht die physikalischen Eigenschaften des Sensors. Bei deutlichen Fehlbelichtungen verschwinden die überbelichtete Details in der Sättigung, unterbelichtete Partien verlieren sich im Rauschen. Nachträglich läßt sich die eingestellte Signalverstärkung des Sensors und damit die Empfindlichkeit (ISO-Einstellung) nicht mehr ändern.

 

RAW gibt Kontrolle über die Farben

Alle Farbinformationen werden aufgezeichnet, Änderungen am Weißabgleich sind in der ganzen Bandbreite möglich.  Der an der Kamera eingestellt Weißabgleich gilt nur für das Vorschaubild und das kameraeigene JPG.

 

Walter Schwab Fotografie RAW Vorteile

Mit RAW Daten keinProblem, aus dem linken unterbelichteten Bild und falschem Weißabgleich die originalen und satten Farben wiederherzustellen.

Gemälde von Oswaldo Guayasamin, Capilla del Hombre, Quito.


RAW ist unveränderlich und glaubwürdig

Eine Original RAW Datei läßt sich nicht bearbeiten, sie bleibt immer unveränderlich in der Originalversion erhalten. Bei der Verarbeitung werden Anpassungen jeglicher Art vorgenommen und das Ergebnis als neue Datei (TIF, JPG, ...) gespeichert.

 

Einige Wettbewerbe akzeptieren daher Einreichungen nur noch, wenn die RAW Datei vorliegen. Bekanntestes Beispiel ist der World Press Photo Award, bei dem 2015 über 20% der eingesandten Fotos wegen unerlaubten Bildmanipulationen disqualifiziert wurden.  Einem JPG-Bild glaubt man leider nicht mehr!

 

Um bei solchen Motiven mit partiellen Helligkeitsanpassungen oder der Farbe zu spielen, sind RAW Daten unschlagbar.

Die Nachteile von RAW Daten

  • RAW Dateien sind groß und verlangen viel Speicherplatz und Rechnerkapazität.
  • Durch die Speicherzeiten sind sehr schnelle Serien-Aufnahmen oft nur eingeschränkt möglich.
  • RAW Dateien werden von vielen Programmen nicht gelesen. Sie müssen mit einem RAW-Converter geöffnet und z.B. als JPG gespeichert werden.
  • RAW Dateien sind untereinander nicht kompatibel, es gibt zahlreiche RAW-Versionen der Kamerahersteller, die sich auch bei neuen Kameramodellen immer wieder ändern.
  • Die Bilder der RAW Dateien sollten bearbeitet werden, sonst sehen bei einigen Motiven die Kamera-JPGs besser aus.

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Zuletzt aktualisiert im Januar 2019.