Bis vor 200 Jahren besaßen Maler und Zeichner die Abbildungs-Hoheit über die Welt. Dann brachten Photographen die sichtbaren Dinge dazu, sich selbst auf wundersame Weise abzubilden.
Charles Baudelaire sah darin ein mechanisches Verfahren für gescheiterte Maler, Unbegabte, Faule,
und den Untergang der Malerei.
Andere begrüßten die Technik als Garant für eine neue Wahrheit im Bild.
Beide Lager irrten.
Konstruktiv und nebeneinander fanden Malerei und Fotografie eigene Ausdrucksformen.
Von der erhofften Glaubwürdigkeit der Fotografie spricht im übrigen niemand mehr.
Fotografie ist eine Transformation.
Dinge und Momente werden zu Bildern.
Der Fotograf wählt aus, reduziert und abstrahiert.
Und fügt zu Neuem zusammen.
Bilder besitzen eine eigene Realität und bilden eine Parallelwelt.
Sie kommunizieren mit dem Betrachter, ganz unabhängig vom ursprünglichen Motiv.
Ansel Adams meint bezüglich Regeln für gute Bilder:
»Es gibt keine Regeln für gute Fotos, es gibt einfach gute Fotos.«
Robert Doisneau zeigt sich ebenfalls ratlos:
»Wenn ich wüßte, wie man gute Bilder macht, würde ich es jedesmal tun."
Elliott Erwitt macht es sich einfach:
»Bilder sollte man anschauen - nicht darüber reden.«
Während Henri Cartier-Bresson es ganz pragmatisch sieht:
»Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.«
Ist das Foto gut, wenn es etwas Interessantes zeigt?
Oder ist das Foto gut, wenn es dieses Etwas interessant zeigt?
Die realistische ART des Mediums Fotografie erschwert die Differenzierung zwischen Motiv und Bild des Motivs.
Vielleicht sollte man eine von Magritte’s Pfeifen rauchen!